Stil, Umgangsformen, Kommunikation und Körpersprache. Themen, die im Business heute extrem wichtig sind. In unserem Interview diese Woche stellen wir euch Elena Lauber vor, Coach und Trainerin mit viel Erfahrung auf diesem Gebiet. Hier erzählt sie uns, wie sie auf Umwegen zum Coaching kam, warum Umgangsformen im weitesten Sinne in fast jedem Lebensbereich so bedeutend sind und außerdem, warum ein Kleid fürs Business Outfit unbedingt notwendig ist.

STECKBRIEF

Name: Elena Lauber
Alter: 45
Familienstatus: Lebenspartnerschaft
Beruf und Position: Coach und Trainerin, Inhaberin von Lebensart
Wo lebst Du? In Düsseldorf
Wie würdest Du deinen Lifestyle umschreiben? Ich genieße das Leben – jeden Tag und maximal. Nichts ist aufregender als das Leben selbst.
Hobbies : Finanzen, Literatur, Politik
Folgst Du einem Motto ? Ja. Von nichts kommt nichts.

Wie ist dein beruflicher Hintergrund?

Studiert und promoviert habe ich Agrarwissenschaften und Veterinärmedizin in Bukarest. Als ich nach Deutschland kam, habe ich angefangen, in der Modebranche zu arbeiten. Dann wechselte ich zu den Juwelen. Über die Uhren kam ich dann zu meinem späteren Schwerpunkt – Diamanten. Mein Traum war es immer, eine Schule zu gründen. Dazu ist es zwar nie gekommen, doch als Coach und Trainerin – und mit Gründung von LebensArt – erfülle ich mir diesen Traum im Grunde doch.

Du hast Dein eigenes Unternehmen als Coach und Trainerin für Umgangsformen, Kommunikation und Stil, sowohl für Privatpersonen als auch für Unternehmen. Kannst Du uns einen kurzen Einblick in Dein Konzept geben?

Im betrieblichen Bereich sind vor allem firmeninterne Kommunikation und Außendarstellung durch Mitarbeiter (Stil, Umgangsformen, Körpersprache etc.) meine Steckenpferde. Doch auch zielgerichtete Kommunikation, etwa im Verkaufsgespräch mit Kunden, ist ein Thema, das ich sehr wichtig finde und zu dem ich mein Wissen und meine Erfahrung sehr gerne weitergebe. Im privaten Bereich biete ich vergleichbare Leistungen, indem ich zum Beispiel bei der Einarbeitung oder Entwicklung von Hausangestellten oder persönlicher Assistenz unterstütze. Ein Coaching für einen souveränen Auftritt, vor allem bei Berufsanfängerinnen und Berufsanfängern, macht mir aber auch immer besondere Freude. Grundsätzlich stehen für mich aber immer die Kunden und ihre individuellen Anliegen im Vordergrund. Denn das, was ich im Übrigen für jede Form von Miteinander und auch von Stil für grundlegend halte, sehe ich auch für meine eigene Tätigkeit als elementar an: einen empathischen Blick für andere, die Umwelt und auch sich selbst.

Was hat Dich bewogen, die Selbstständigkeit zu wagen?

Da ich immer beratend tätig war, lag dieser Schritt für mich irgendwann nahe. Als dann auch die Anfragen mehr wurden, war ich mir sicher: Jetzt ist es an der Zeit. Wobei ich auch den Juwelen treu geblieben bin und noch eine kleine Teilzeitstelle bei Bulgari habe. Es fiel mir also leicht, diesen Schritt zu gehen. Zumal ich eben davon überzeugt bin, dass es einen Bedarf für mein Angebot gibt. Umgangsformen sind nichts von Gestern und erschöpfen sich auch nicht in Tischmanieren. Sie sind fester Bestandteil einen gelingenden Miteinanders – ob im Beruf oder im Privaten.

Welche Eigenschaften oder Talente sollte man mitbringen als Coach?

Als guter Coach bin ich empathisch und reflektiert, ich kann zuhören und beobachten, ich bin vertrauensvoll und ehrlich – und ganz wichtig: zielorientiert.

Hast Du mehr männliche oder weibliche Kunden?

Im betrieblichen Bereich sind es mehr männliche Kunden und im privaten mehr weibliche.

Was sind Deine wichtigsten Erfahrungen beim Coaching?

Eine der wichtigsten Erfahrungen ist für mich immer wieder, zu merken, wie wirkungsvoll es ist, Selbstwahrnehmung und Fremdwahrnehmung miteinander ins Gespräch zu bringen. Das bringt unglaublich viel.

Glaubst Du, dass Frauen im Job generell härter kämpfen müssen?

Ich traue mich kaum, es zu sagen, aber meine Antwort lautet: Nein. Vielleicht weil ich keine Frauen kenne, die sich mehr gewünscht hätten, als sie tatsächlich erreicht haben oder als sie bereit waren zu geben. Wenn ich etwas nicht erreicht habe (und dafür gibt es genug Beispiele), dann weil ich mich nicht ausreichend vorbereitet und eingebracht habe.

Styles4Work ist ein Online Shop, spezialisiert auf Business Mode und Business Editorials. Wie beurteilst Du die Bedeutung von spezialisierten Plattformen und Blogs für die Trendbildung in den kommenden Jahren?

Die Idee von Styles4Work finde ich fantastisch. Daher empfehle ich die Plattform auch sehr häufig. Jede Frau kann sich hier wiederfinden. Die Beratung und Tipps, etwa zum Figurtyp oder zum “gefühlten Alter”, sind realitätsnah und daher wirklich sehr hilfreich. Styles4Work ist klassisch, aber nicht langweilig, feminin, aber nicht verspielt – und man spürt die Liebe zum Detail. Das ist gerade am Arbeitsplatz sehr wichtig.

Benutzt Du selbst soziale Medien?

Ja, allerdings nur aus bestimmten Gründen, zum Beispiel, um Personen, die ich spannend finde, zu folgen. Soziale Medien sind aber auch sehr zeitraubend und ich möchte das Leben nicht verpassen, indem ich meinen Blick ständig auf mein Smartphone o.ä. richte. Menschen zu beobachten und mich natürlich mit ihnen zu unterhalten, finde ich viel interessanter. Die Natur zu genießen, auf dem Markt einzukaufen, zu kochen, den Abend mit meinem Partner zu verbringen – dafür nehme ich mir am liebsten Zeit.

Mode ist ein emotionales, sehr persönliches Thema. Gibt es für Dich ein Lieblingsoutfit, das im Job immer passt?

Das Kleid. Denn das Kleid kann – je nach Figur der Frau und nach Schnitt des Kleides – jede Problemzone perfekt kaschieren oder besser: die individuellen Vorzüge betonen. Es gibt kein anderes Kleidungsstück das dafür besser geeignet ist.

Versuchst Du Modetrends in Dein Business Outfit einzubauen?

Selten. Modetrends interessieren mich zwar, weil ich ja auch als Stilberaterin und Stylistin arbeite, aber ich persönlich habe meinen Stil entwickelt. Da spielen Trends dann keine maßgebliche Rolle mehr.

Welche Farben trägst Du im Büro?

Am liebsten trage ich Erdtöne, weil sie weich wirken. Kombiniert mit Weiß wirken sie dabei gleichzeitig frisch – mit Schwarz oder Dunkelblau hingegen dramatisch. Die Farbwahl ist also auch davon abhängig, was ich an einem Tag erreichen möchte. Durch Nudetöne kommen zudem auch Accessoires gut zur Geltung. Ich trage sehr hochwertige Accessoires und ich suche sie jeden Tag sehr genau aus – denn hier ist definitiv Weniger mehr.

Was rätst Du Frauen, die Ihren Style noch suchen?

Beobachten, beobachten, beobachten! Und natürlich auch in Modezeitschriften nach Inspiration suchen. Für mich waren es Vogue, Madame und Elle. Wenn man dann etwas entdeckt, was gefällt: Seite ausschneiden und archivieren. Diese Seiten kann man dann sortieren, in Ordnern abheften und auch hierin immer wieder blättern. Ich selbst habe zum Beispiel nach Abendgarderobe, Business und Casual sortiert. Ich hatte irgendwann fünf Ordner … Dann habe ich auch nach Frisuren und Make-up sortiert. Es funktioniert – mit der Zeit entsteht so ein Bild im Kopf, ein Bild vom eigenen Stil, den man nicht nur umsetzen möchte, sondern dann auch umsetzen kann.

Wer oder was inspiriert Dich?

In der Mode sind es die 50er-Jahre, die mich inspirieren. Die Mode der 50er war sehr feminin. Ich habe eine tolle Meisterin gefunden, die mir Kleider in diesem Stil schneidert. Im Bereich Finanzen inspirieren mich die Finanz-Heldinnen. Und sonst mein Lebenspartner.

Welches gesellschaftliche Thema liegt Dir am Herzen?

Mir liegen die Themen Work-Life-Balance, Empathie und gesellschaftliches Zusammenleben sowie ökologische Themen am Herzen.