Nina Blasberg hat vor fast fünf Jahren mit myonbelle den „unendlichen Kleiderschrank“ gegründet. Mode zum Mieten in drei verschiedenen Varianten. Ein zukunftweisendes Unternehmen, in dem viel Potential steckt.

Angefangen hat Nina ganz klassisch mit einem BWL-Studium an der Uni Köln, mit Stationen in NYC und Paris. Nach einigen Erfahrungen im Medienbereich, hat sie sich dem Online-Business verschrieben und ist diesem seither treu. Inzwischen engagiert sie sich auch für die Initiative „Frauen unternehmen“. Im Interview erzählt sie uns mehr über ihr Konzept und die Ziele, die sie mit myonbelle verfolgt. Außerdem erfahren wir, was sie von der Gründerszene für Frauen hält, warum sie Frauen fördert und sind außerdem total gespannt auf ihre Tipps für einen souveränen Business Look.

STECKBRIEF

Name: Nina Blasberg
Alter: 30 Jahre
Familienstatus: Ledig
Beruf und Position: Gründerin und Geschäftsführerin myonbelle.de
Wo lebst Du? In der Nähe von Köln
Wie würdest Du deinen Lifestyle umschreiben? Sehr viel online, ansonsten gerne immer am Puls der Zeit und offen für Neues.
Hobbies: Reisen, Bücher/E-Books lesen soweit ich dazu komme, ab und zu gerne ausreiten, um den Kopf frei zu bekommen.
Folgst Du einem Motto? Jeden Tag so zu gestalten, dass man es nicht bereuen würde, auch wenn es der letzte wäre!

Wann und woher kam die Idee zu myonbelle?

Die Inspiration für das Modell kam aus den USA. Dort gibt es einige Vorbilder wie z.B. Rent the Runway. Ich fand das Geschäftsmodell aus Konsumenten- sowie aus unternehmerischer Perspektive interessant. So können Frauen in Deutschland jederzeit hochwertige Mode tragen und dazu fördern wir die „Circular Economy“.

Was sind die nächsten Ziele von myonbelle?

Wir möchten das Modell weiter ausbauen in Deutschland – das Sortiment vergrößern. So soll es immer mehr Frauen in Deutschland ermöglichen, Mode auch zu mieten – als Alternative zum traditionellen Einkaufsverhalten und um einer Wegwerfgesellschaft entgegen zu wirken. Hier geht es vor allem um den bewussten Konsum. So können Kundinnen immer wieder etwas Neues tragen und ihren Wunsch nach ständiger Abwechslung im Kleiderschrank erfüllen.

Außerdem kann ich mir vorstellen das Online Business auch um weitere traditionelle Online-Shopping Möglichkeiten zu erweitern, die unsere Kundinnen ebenfalls interessieren z.B. fashionable Active Wear oder vegane Kosmetik.

Was sind für Dich unbedingte Tools für das schnelle Wachsen eines Start-ups?

Für die Zusammenarbeit im Team kann ich Slack empfehlen. Für den Kundensupport Zendesk. Ansonsten arbeiten wir natürlich auch mit weiteren Online Marketing Tools…

Welche Deiner Stationen hat Dich am meisten geprägt?

An jeder Herausforderung wächst man. „Great things never came from comfort zones“ – immer erst wenn es „weh tut“ kann wirkliches Wachstum und eine Weiterentwicklung entstehen. Wichtig ist vor allem der richtige Fokus. Es gibt ständig viele Probleme zu lösen – sich auf die richtigen zu konzentrieren, darauf kommt es an.

Was sind die größten Herausforderungen in Deiner jetzigen Position?

Ich habe mir dir Skalierung des Geschäftsmodells einfacher vorgestellt. Deutsche sind verglichen zu anderen Kulturen oft skeptischer und vorsichtiger was neue Möglichkeiten angeht. Wir brauchen häufig etwas länger.

Hattest Du selbst Mentoren auf Deinem beruflichen Werdegang?

Sicher gibt es immer wieder Personen, die mir mit Rat und Tat zur Seite stehen und auch Sachen sagen, die man vielleicht nicht hören möchte. Wichtig ist es natürlich zu filtern. Gerade als Gründer hört man ständig von anderen Leuten, was man anders oder besser machen sollte. Hier entwickelt man eine gewisse Abgestumpftheit mit der Zeit.

Was war der wichtigste Rat, den Du von einer anderen Frau bekommen hast?

Frauen sind oft vorsichtiger in ihrer Herangehensweise und wirken weniger von sich selbst überzeugt. Aktiv um Hilfe zu fragen und sich sehr proaktiv zu verhalten kann im Vorankommen definitiv helfen.

Wie beurteilst Du die Gründerszene in Deutschland, speziell für Frauen?

Frauen werden nach wie vor noch zu wenig gefördert und unterstützt. Venture Capital Investitionen beispielsweise gehen viel häufiger an männliche Gründer bzw. Teams mit männlicher Dominanz.

Warum liegt Dir die Förderung von Frauen als Unternehmerin am Herzen?

Frauen sollen ermutigt werden, selbstbewusster aufzutreten und ihre Stärken genauso überzeugend rüberzubringen wie dies Männer tun. Frauen haben beispielsweise häufig eine höhere emotionale Intelligenz und oftmals bessere Visionen für Produkte die vorzugsweise für Frauen konzipiert sind.

Styles4Work ist ein Nischen Online Shop. Wie beurteilst Du die Bedeutung von solchen spezialisierten Plattformen für die Trendbildung in den kommenden Jahren?

Ich denke, dass sich zusätzlich zu einer „Plattform Economy“ auch durchaus Nischen Shops im Web in den nächsten Jahren entsprechend erfolgreich positionieren können, da sie Bedürfnisse und Zielgruppen sehr genau ansprechen.

Benutzt Du selbst soziale Medien?

Absolut. Am liebsten Instagram, Whatsapp – ab und an Facebook oder Linkedin.

Mode ist ein emotionales, sehr persönliches Thema. Gibt es für Dich einen Business Look, der immer passt?

Ich denke jeder hat ein oder mehrere Lieblingsoutfits, in denen man sich im Business am besten fühlt. Wichtig ist, dass man seine Persönlichkeit entsprechend unterstreicht.

Gibt es für Dich Power Farben im Job?

Für mich absolute Typ-Sache. Dunkelblau z.B., kann sehr edel wirken. Schwarz passt natürlich immer. Ab und an kann es auch etwas knalliger sein, je nachdem wie sehr man auffallen möchte.

Baust Du Modetrends in Dein Work Wear ein?

Mir geht es vor allem darum, dass ich mich im Outfit wohlfühle und bestmöglich überzeugen kann.

Was rätst Du Frauen, die Ihren Style noch suchen?

Viel ausprobieren – z.B. über einen Mode Mietservice, so kann man ohne Bindung einige Styles testen und muss sich nicht festlegen. Bis man sein persönliches Lieblingsteil gefunden hat.

Wer oder was inspiriert Dich?

Mich inspirieren vor allem Gründer(innen) die entsprechende Visionen umgesetzt haben. Den richtigen Zeitpunkt für eine Marktdynamik zu erkennen und sich entsprechend zu positionieren – das ist für mich eine entscheidende Fähigkeit.

Welches gesellschaftliche Thema liegt Dir am Herzen?

Mir liegt vor allem das Thema Nachhaltigkeit was unseren Konsum angeht am Herzen. Nicht nur modetechnisch – auch darüber hinaus.